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Tuesday, November 1st 2011, 9:06am

Das Volk soll über Sparauflagen abstimmen



Die Auflagen der EU sind hart, die Proteste im eigenen Land gegen den Sparkurs massiv, entsprechend hoch ist der Druck auf die Politik, vor allem auf Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papanderou. Der will jetzt das Volk über die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels entscheiden lassen. Die Ankündigung kam unerwartet: "Der Bürger wird aufgerufen sein, zu der neuen Schuldenvereinbarung laut 'Ja' oder 'Nein' zu sagen", sagte der Regierungschef vor sichtbar überraschten Abgeordneten seiner sozialistischen Partei.
Die Beschlüsse seien so schwerwiegend, dass sie eine breite Basis brauchten, die Ergebnisse der Abstimmung sollten bindend sein. Zugleich gab Papandreou bekannt, dass er bereit sei, sich einem Misstrauensvotum zu stellen. Nach Angaben des griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos soll die Volksabstimmung wahrscheinlich Anfang kommenden Jahres abgehalten werden. Erst müssten die genauen Einzelheiten des Schuldenabbaus ausgehandelt werden.

Geld nur gegen Erfüllung harter Auflagen

Beim Euro-Krisengipfel in der vergangenen Woche in Brüssel hatten sich die Staats- und Regierungschefs für einen massiven Schuldenschnitt und zu weiteren Hilfen für Griechenland entschieden. Die Beschlüsse sind jedoch an weitere harte Sparmaßnahmen geknüpft.

Nur eine Minderheit der Griechen befürwortet die Gipfel-Beschlüsse

Nach einer aktuellen Meinungsumfrage sieht die Mehrheit der Griechen die Gipfelbeschlüsse kritisch, nur 12,6 Prozent befürworten sie. Neben den massiven Protesten der Straße und dem Widerstand der Opposition sieht sich der Regierungschef aber auch wachsendem Unmut innerhalb seiner eigenen Partei gegenüber. Außerdem ist seine Regierungsmehrheit im Parlament auf drei Sitze geschrumpft und seine Umfragewerte sind nach etlichen Runden von Sparmaßnahmen im Keller.

"Natürlich können die Griechen 'Nein' sagen"

Finanzminister Venizelos sagte, die Entscheidung für ein Referendum sei gefallen, nachdem die Oppositionsparteien sich ein ums andere Mal geweigert hätten, sich bei den Verhandlungen mit den anderen Eurostaaten auf die Seite der Regierung zu stellen. "Es ist ganz klar: Die neue Einigung wird dem Parlament zur Genehmigung vorgelegt und dann dem Urteil des griechischen Volks unterworfen. Natürlich können die Griechen 'Nein' sagen. Sie müssen dabei aber die Konsequenzen dieser Entscheidung vor Augen haben", sagte Venizelos dem privaten Fernsehsender Antenna.

"Der Ministerpräsident versucht, Zeit zu kaufen"

Die griechischen Oppositionsparteien warfen der Regierung vor, mit der Volksabstimmung nur ihre Macht retten zu wollen. "Der Ministerpräsident versucht, Zeit zu kaufen", sagte Costas Gioulekas von der konservativen Partei Neue Demokratie. Laut der griechischen Verfassung muss das Parlament einer Volksabstimmung zustimmen, bevor sie vom Präsidenten ausgerufen wird. Ob seine Partei dem Referendum zustimmen werde, sagte Gioulekas nicht.
Mehrere Abgeordnete bezweifeln auch, dass das Vorhaben Papandreous überhaupt zulässig ist. Der Verfassung zufolge sind Referenden zu wirtschaftlichen Themen nicht gestattet, sondern nur bei Fragen von größter nationaler Bedeutung. Zum letzten Mal nahmen die Griechen im Dezember 1974 an einem Referendum teil. Nach dem Zusammenbruch der Militärdiktatur stimmten sie damals für die Abschaffung der Monarchie.

Bundesregierung von Plänen überrascht

Die Bundesregierung wurde vom Plan Papandreous offenbar überrascht. Es handle sich dabei um eine "innenpolitische Entwicklung in Griechenland, über die der Bundesregierung bisher noch keine offiziellen Informationen vorliegen und die sie deswegen auch nicht kommentiert", teilte das Bundesfinanzministerium mit. Weiter hieß es, der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone habe in der vergangenen Woche "klare Erwartungen" formuliert. "Demnach soll das zweite Hilfspaket für Griechenland bis Ende diesen Jahres stehen. Daran arbeiten wir alle zur Zeit mit hoher Intensität."

Griechischer Ministerpräsident will Referendum
Wirtschaftskrisen erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben.

Wer an die Möglichkeit eines ständigen Wirtschaftswachstums glaubt,
ist entweder ein Narr oder ein Ökonom.

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Tuesday, November 1st 2011, 9:13am

Überraschung in Athen und Brüssel



Für die Griechen kam die Ankündigung ihres Ministerpräsidenten, ein Referendum über die Ergebnisse des Euro-Gipfels abzuhalten, überraschend. Ob er eine daran geknüpfte Vertrauensfrage im Parlament überstehen würde, gilt als sehr fraglich. Denn Papandreous Rückhalt im Parlament ist geschwächt. Nun wird der Ruf nach seinem Rücktritt lauter.
Die Bundesregierung hat auf die Pläne Papandreous verwundert reagiert. Und auch in Brüssel war man nicht darauf eingestellt. Hier hatte man dem griechischen Ministerpräsidenten stets von einem Referendum abgeraten. Sollte es zu einem "Nein" der Griechen zu den Euro-Beschlüssen kommen, steht das gesamte Rettungspaket auf dem Spiel.

Einschätzungen zu Papandreous Entscheidung
Wirtschaftskrisen erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben.

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ist entweder ein Narr oder ein Ökonom.

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Tuesday, November 1st 2011, 12:43pm

Kasplerle-Theater in Griechenland

Das ist doch Kasperletheater ... es kann mir doch keiner erzählen, daß die Griechen dies jetzt völlig überraschend machen... ansonsten gehören die sofort rausgeschmissen aus dem Euro... die haben letzte Woche doch zusammen gesesssen...mit allen EU-Partnern... lassen die nächtelang diskutieren...um dann ein paar Tage später zu sagen...."....allles ganz nett, aber wir überlegen nochmal, ob wir uns darauf einlassen..."

Das ist doch wohl ein schlechter Scherz.

Man sollte sie verrotten lassen... wird da sicher der ein oder andere denken :-)

4

Tuesday, November 1st 2011, 12:58pm

Der einfache griechische Bürger kann sowieso nur noch zwischen "erhängen und erschießen" entscheiden. Letztendlich sind sie auch nur Sklaven eines weltweiten Finanzsystems...

5

Tuesday, November 1st 2011, 1:23pm

Kasplerle-Theater in Griechenland

Das ganze hin & her in Griechenland ist schon seit langem eine Farce!
Wie schon in den anderen Beiträgen über Griechenland, ist das ganze ein Fass ohne Boden... was am Ende auch noch zerbrechen wird!
Diese EURO Geschichte könnte zum Weltgrößten Cartoon ernannt werden, wenn daran nicht soviel Geld, Leid und Menschen hängen würden!!!
Wirtschaftskrisen erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben.

Wer an die Möglichkeit eines ständigen Wirtschaftswachstums glaubt,
ist entweder ein Narr oder ein Ökonom.

Silberfreund

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Tuesday, November 1st 2011, 4:38pm

Für wie doof halten die uns?

Vor allen Dingen wollen die die Volksabstimmung frühestens am Jahresende machen.... wie lange wollen die uns noch hinhalten?

Wie lange wollen die noch für Unsicherheiten an den MÄrkten sorgen?

Oder ist das nur eine neue Verzögerungstaktik, um uns dann zwischen Weihnachten und Neujahr eine neue Währung in Europa zu präsentieren?

7

Wednesday, November 2nd 2011, 9:52am

Griechenland vor dem Austritt?

Nun werden schon leise stimmen laut, das es gut wäre wenn Griechenland's Bürger mit "Nein" abstimmen würden.
Denn Griechenland wäre sowie so nicht zu Retten heißt es mittlerweile an der Börse, Politik und von denen die sich vorher Positiv über die Rettung ausgesprochen haben!
Irgendwie verwirrend das Ganze :wacko:
Wirtschaftskrisen erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben.

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8

Friday, November 4th 2011, 9:00am

Hü & Hott

Nun wurde nach langem hin und her die Volksabstimmung wieder zurückgezogen?!
Somit geht Griechenland in eine weitere Runde, und das Theater Karussell dreht sich weiter...
Wirtschaftskrisen erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben.

Wer an die Möglichkeit eines ständigen Wirtschaftswachstums glaubt,
ist entweder ein Narr oder ein Ökonom.