Na ganz so doll wars da aber auch nicht
DeFrancesco: Es geht nicht bloß um mich. Die Arbeitsbedingungen waren grundsätzlich miserabel. Manchmal hat man um fünf Uhr morgens angefangen und dann zwei oder drei Schichten gearbeitet - zum Teil ist man erst nach Mitternacht wieder herausgekommen. Eine Zeit lang hat das Hotelmanagement illegal das Trinkgeld der Angestellten einkassiert. Die Zimmermädchen (Housekeeper) mussten oft 16, 17 oder sogar 18 Zimmer in nur neun Stunden saubermachen. Wenn sie das nicht geschafft haben, wurden sie niedergemacht. Sie wurden richtig angeschrien - zum Teil täglich. In der Service-Industrie in den USA wird derzeit verstärkt versucht, Gewerkschaften zu etablieren - denn in diesem Wirtschaftszweig können Arbeitgeber nicht mit Abwanderung ins Ausland drohen. Auch wir haben versucht, uns gewerkschaftlich zu organisieren, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Folge war, dass das Hotel Mitarbeiter aus vorgeschobenen Gründen gefeuert hat. Viele meiner Freunde wurden vor die Tür gesetzt. Auch ich wurde schikaniert: Manchmal haben sie mir Schichten weggenommen, so dass ich nur eine Schicht in der Woche hatte - die nächste Woche musste ich dann plötzlich acht Schichten abrackern.