"Stoppt die Gier"
Der "Occupy"-Bewegung haben sich am Aktionstag auch in Deutschland Tausende Menschen angeschlossen. In vielen Großstädten fanden Demonstrationen statt.
Die globalisierungskritische Organisation Attac sprach von mehr als 40.000 Teilnehmern, die Schätzungen der Polizei lagen deutlich niedriger.
Nach Attac-Angaben versammelten sich allein bei der zentralen Kundgebung vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main ungefähr 8000 Menschen. Auf Transparenten waren Slogans wie "Ihr spekuliert mit unserem Leben" und "Stoppt die Gier" zu lesen. Zu der Kundgebung hatte neben Attac auch die Bewegung "Occupy Frankfurt" aufgerufen. "Es geht gegen die Banken, gegen die finanziellen Machthaber im System, es geht darum, dass Profite vor den Menschen stehen", sagte der "Occupy Frankfurt"-Sprecher, Wolfram Siener, vor der EZB. Attac-Sprecher Alexis Passadakis warf den europäischen Regierungen vor, mit ihrer Politik die Krise noch zu verschärfen, den Sozialabbau voranzutreiben und über die Rettungspakete für die Banken die Demokratie zu schädigen. Mit Genehmigung der Stadt Frankfurt stellten einige Demonstranten Zelte auf.
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Tausende ziehen zum Kanzleramt
In Berlin fand die zweite größere Demonstration in Deutschland statt. Nach zögerlichem Auftakt versammelten sich dort mehrere Tausend Teilnehmer, um zum Kanzleramt zu ziehen. In der Hauptstadt veranstaltete Attac eine "Krisenanhörung" zu den Auswirkungen der Finanzkrise. Im Stadtteil Kreuzberg fand zeitgleich ein Festival statt. [mehr Informationen bei rbb.de]
Insgesamt sollten in mehr als 50 Städten Aktionen und Demonstrationen stattfinden. In Köln beteiligten sich nach Angaben von Attac 1500 Menschen an einer Kundgebung, in München waren es demnach 1000 Teilnehmer. In Hamburg seien 5000 Menschen zusammengekommen, in Stuttgart 3000, in Leipzig 2500 und in Bochum 400.
Vorbild für die Demonstrationen sind die Proteste in den USA, wo Kritiker des Finanzsystems seit Wochen auf einem Platz nahe der New Yorker Börse unter dem Motto "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") gegen die Macht der Banken protestieren. Weltweit sollten in 950 Städten Aktionen stattfinden.
Großkundgebungen in Deutschland