Ratingagenturen warnen vor einer Bonitätsschmelze bei den Versicherern. Im schlimmsten Fall können die Anbieter nicht auf Staatshilfen hoffen.
Wie schlimm muss es um die deutschen Lebensversicherer stehen, wenn jetzt schon die Ratingagenturen Alarm schlagen. Schließlich stehen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s & Co. im Ruf, erst relativ spät auf Gefahren hinzuweisen. Am Donnerstag warnte S&P vor einer Bonitätsschmelze bei deutschen Lebensversicherern. Die Anbieter seien einer sich verschärfenden Schuldenkrise und dem anhaltenden Niedrigzinsniveau nicht gewachsen.
Im Zweifelsfall springt der Staat nicht ein
Als systemrelevant oder „too big to fail“ gelten Unternehmen nur dann, wenn die Pleite eines Anbieters andere Gesellschaften mit in den Abgrund zieht. Fallen Versicherer, weil sie Versprechen gegenüber ihren Kunden nicht mehr einlösen können, sind davon schließlich „lediglich“ private Vorsorgesparer betroffen. Sie verlören einen Teil ihrer Altersvorsorge. "In den meisten Fällen nicht morgen oder übermorgen sondern erst in einigen Jahren – damit rutscht das Problem in die Zuständigkeit der politischen Klasse von morgen."
Bei solch langen Zeiträumen muss jeder einzelne Vorsorgesparer sicher sein, dass die Gesellschaft, der er sein Geld anvertraut, ihn auch überlebt. Dass es sich bei den Warnungen der Bonitätswächter nicht um rein theoretische Gefahren handelt, zeigen Analysen führender Experten.
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