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Warum sorgt eine Marginerhöhung bei der Comex für einen Silberpreisrückgang ?
Ich habe ja jetzt verstanden, daß die Margin-Erhöhung an der Comex für den Silberpreisrückgang verantwortlich ist, (
http://www.bullion-investor.net/2011/05/…ntwortlich-ist/ ) - ... was ich aber noch nicht verstanden habe: WARUM IST DAS SO? Wo ist der Zusammenhang?
Hintergrund
...das ist zum Beispiel deshalb so, weil bestehende Futurebesitzer z.B. auch die Höhe auf dem Margin-Konto anpassen müssen, d.h. sie müssen "plötzlich" mehr Geld als Sicherheit hinterlegen... wer das nicht in der Ecke liegen hat, muß halt einen Teil seines "Future"-Silbers verkaufen, um Geld zu gewinnen, mit dem er dann die Margin-Anforderungen erfüllen kann... das führt i.d.R. kurzfristig zu einem Silberpreisrückgang... der aber dann später i.d.R. wieder ausgeglichen wird.
siehe auch:
http://goldmarkt.blogspot.com/2011/05/si…ieses-jahr.html
Insgesamt sind wir mit Silber ja dieses Jahr immer noch im zweistelligen Plus. Wer am 2.1. Silber-Unzen gekauft hat, ist auch nach Mehrwertsteuer und nach Aufschlag und Händlerspanne deutlich im Plus. Zweistellig. Er hat jetzt schon ca. 10x soviel verdient, wie er an Zinsen auf der Bank für Festgelder oder Sparbücher bekommen hätte...
Insoweit: Kirche im Dorf lassen.
alles noch harmlos
in den letzten Monaten ist Silber selbst nach dem Preisrückgang noch um rund 40% gestiegen... wir wollen ja mal nicht undankbar sein. Für meine letztes Jahr gekauften Maples (zu 16 Euro gekauft) bekomme ich jetzt von jedem Händler spielend 26 Euro im Ankauf, was will man mehr... natürlich war das nett, als das die letzten beiden Wochen auch mal bei 30 oder 33 war... aber da kommen wir ja auch wieder hin... ich beobachte das jetzt schon seit 5 Jahren... nur die Ruhe bewahren.... wer noch Geld frei hat, sollte jetzt dazu kaufen :-)
Nur zittrige Hände werden jetzt nervös
Hallo alle zusammen,
Ich arbeite im Risikomanagement in London und entscheide ueber die gegebenen Marginstaende bei Rohstoffen und zufaelligerweise bin ich ein langjaehriger Anhaenger der Charttechnik.
Ich moechte nicht ueberheblich klingen, aber ich finde, dass die Marginerhoehung mit der Preiskorrektur nicht in Korrelation gebracht werden soll. Charttechnisch waren die Maerkte auf ihrem Zenit und es wuerde auch ohne eine Marginerhoehung zur Korrektur kommen muessen. Es war jetzt mindestens drei mal der Fall in den vergangenen drei Jahren (Gold und Silber), aber ich bin der festen Ueberzeugung, dass es ein zeitlicher Zufall war. CME, wer die Margins fuer Gold und Silber setzt, ist immer sehr langsam mit ihren Risikoanpassungen und lustigerweise setzt es das Risiko sehr hoch, wenn es zu spaet ist. Wie eine Hausversicherung gegen Erdbeben nach dem Erdbeben erhohen - gleiche Statistik :-)
Das Argument mit Trading-Kosten stimmt natuerlich. Wer aber wirklich an einen steigenden Preis glaubt, es sich aber nicht mehr leisten kann drin zu bleiben, hat immer noch die Option eine Zeit-Spread Position einzugehen, die den Gewinn bei richtiger Entwicklung reduziert / Risiko auch, aber auch die Kapitalkosten des Handels signifikant nach unten bringt.
This post has been edited 1 times, last edit by "Simple" (Feb 14th 2012, 1:33pm)
Du glaubst also,
...daß die Marginerhöhung keinen Einfluss auf die Kurse hat. Und Du glaubst, daß nur zufällig jedesmal bei einer Marginerhöhung es zu Kursrückgängen kam?
Hmmmmm ?
Machst Du das noch nicht so lange oder weißt Du etwas, was ich nicht weiß?
Wenn Clearing Haeuser (wer die margins setzt) so einen grossen Einfluss auf die Preisentwicklung haetten, wuerden Regulatoren starke Parameterveraenderungen laengst untersagen und nur kontrollierte / stufenweise Anpassungen erlauben.
Wenn Du die historischen Preise anschaust, bei welchen die Margins veraendert wurden, dann wirst du in jedem Fall einen parabolischen Rohstoffpreisanstieg sehen. Sowas kann nicht ins Unendliche gehen und muss auch mal korregieren.
Zu mir: 4 Jahre im Risikomanagement von Rohstoffen an der londoner Boerse/Clearing House und seit 13 Jahren ein leidenschaftlicher Chartist :-) Hoffe meine zwei Cent geben eine gute Erklaerung.
@Simple
Danke für deinen Beitrag
Success is just like being pregnant.
Everybody congratulates you,
BUT nobody knows how many times you were F**ked
Hunt-Brothers
Dann solltest Du Dir mal die Geschichte der Hunt-Brothers durchlesen.. war vor Deiner Zeit, da kannst Du empirisch nachvollziehen, was eine Spielregeländerung an der Warenterminbörse für Auswirkungen hat. Das ist ja mehrfach empirisch bewiesen, insoweit eigentlich gar nicht zu bezweifeln. Es gibt einfach Zusammenhänge im Leben, die sind so.
Wenn Du beim Fussballspiel das Tor breiter machst, werden mehr Tore fallen....
Wenn Du bei der Comex die Margins plötzlich erhöhst und das signifikant, wird es immer zu Kontraktauflösungen/Verkäufen kommen, um Liquidität zu generieren...
Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche...
Ich moechte nicht komplett ausschliessen, das der eine oder der andere seine Positionen aufgrund hoeherer Kapitalkosten glattstellt und in manchen Faellen hast Du sicherlich Recht. Aber ich glaube nicht, dass ein Margin-Update die Preise so bewegt, dass es Wert ist, darueber in den Medien zu schreiben.
Ein gutes Beispiel ist das folgende: CME hat am 24. August 2011 die Marginparameter fuer Gold stark nach oben korregiert
http://www.cmegroup.com/tools-informatio…Chadv11-300.pdf
Dabei hat die grosse Preisbewegung nach unten bereits einen Tag davor stattgefunden, am 23. August 2011 um fast 5%.
Die Medien kamen damit
http://www.goldreporter.de/neue-margin-e…rer/gold/13325/
Margin-Erhöung
Der offiziellen Bekanntgabe der Margin-Erhöhung geht ja auch die inoffizielle Weiterreichung der Information über die geplante Erhöhung voraus, - ergo passt das wieder genau zusammen. Oder glaubst Du, daß die das so geheim halten, daß das niemand erfährt... :-)
Wenn selbst in der Schweiz die Frau des Zentralbank-Chefs in Währung spekuliert und zufällig kurz darauf der Mann die Bindung des Schweizer Franken an gewisse Grenzen zum Euro bekannt gibt... und die Frau dann zigtausend Euro reicher ist, ist das doch sicher auch kein Zufall... :-)
Jede Marginerhöhung hat ihren Vorlauf. Das fällt denen ja nicht nachmittags beim Tee ein und dann machen die ein Fax :-)
Du hast sicherlich Recht mit allen Deinen Annahmen und ich gebe zu ich bin naiv :-)
Wer wuerde solche Information ueber Marginerhohung frueher als alle anderen bekommen? Nur wichtige Menschen oder grosse Adressen, nicht die Masse. Dabei haben die wichtigen und grossen kein Problem mit Kapital.
Ich hoere an der Stelle auf, weil es ab hier in die Phylosophie geht.
kleine schreibfehler
Ich hoere an der Stelle auf, weil es ab hier in die Phylosophie geht.
Wo warst Du eigentlich, als die anderen damals immer in der Schule waren :-)
Wahrscheinlich habe ich zu dem Zeitpunkt noch zwei andere Sprachen gelernt :-)
Deutsch ist meine Zweitsprache. Schoen Dich kennen zu lernen, Silvretto.
Die Marginerhöhung gilt allerdings auch für die Verkäufer, somit sind diese auch gezwungen zurückzukaufen. Theoretisch müsste sich das aufheben.
Selten so gelacht :-)
Ja klar, an der Börse gibt es ja auch immer gleich viele Käufer wie Verkäufer bei den abgeschlossenen Deals, also hebt sich das auf und Käufe wie Verkäufe dürften keinen kursbeeinflussenden Faktor darstellen :-)
In BWL nicht aufgepasst, oder ?
Silbersparer hat etwas anderes gemeint. Nicht die Preisbildung, sondern die erhoehte Margin, die bei Kaufpositionen genauso wie auch bei Verkaufspositionen verlangt wird.
Sollte jemand seine bestehende Silberposition aufgrund der hoeheren Margin verkaufen wollen, muss er zuerst einen finden, der ihm diese Position mit der hoeheren Margin abnimmt.
Damit ist bringt die Marginerhoehung keinen Einfluss auf die Preisbildung des Basiswertes mitsich, weil beide Marktseiten durch die Erhohung belastet werden und nicht nur eine.
Dennoch ist es ...
dennoch ist es doch empirisch bewiesen, daß bei allen letzten Marginerhöhungen signifikante Kursstürze aufgetreten sind. Soll das immer ein Zufall gewesen sein?
Habe es intern mit "alten Hasen" besprochen und auch sie sagen, dass es keine feste Beweise dafuer gibt, dass Margins die Preise antreiben.
Es ist eher umgekehrt, die Volatilitaet und das Preisniveau bestimmen den Marginstand. Wenn man die Charts genauer ansieht, dann wird man feststellen, dass die Rohstoffmaerkte immer sehr scharfe Preisdrehs (oben) haben. Diese sind eher flach, wenn es von unten nach oben dreht. Dem entsprechend ist die Volatilitaet am hoechsten an den oberen Spitzen und auch das hohe Preisniveau treibt die Clearing Haeuser dazu, ihre Margins zu erhohen, um diese an das hoehere Risiko anzupassen.
Die Standardformel fuer die Risikokalkulation (VaR) ist: Preisniveau * StDev(Volatilitaet) * Vertrauensintervall * sqrt(Haltedauer)= VaR ausgedrueckt in USD
This post has been edited 2 times, last edit by "Simple" (Feb 29th 2012, 12:56pm)